Einfluss auf das Grundwasser

Grundwasserstände

Die Lagerstätte Reeser Welle liegt in der Niederterrasse der Rheinniederung und hat daher einen hohen Grundwasserstand, der je nach Jahreszeit und in Abhängigkeit von Rheinwasserständen und Niederschlagsmengen schwankt.

Bereits heute – bevor eine Auskiesung stattgefunden hat – treten laut Auskunft von Bewohnern der Ortschaft Esserden bei auflaufendem Hochwasser infolge des Grundwasseranstieges Vernässungen von Kellern an mehreren Gebäuden auf.

Im Zuge der bereits Jahrzehnte dauernden Planungen für diese Abgrabung wurden insgesamt acht Messstellen zur Feststellung der Grundwasserstände eingerichtet (vgl. Karte). Es liegen belastbare Daten für den Zeitraum 2007 bis 2014 vor – eine ungewöhnlich lange Reihe von Messergebnissen für ein Genehmigungsverfahren. Auf der Basis dieser Daten konnten verlässliche Berechnungen für unterschiedliche Szenarien durchgeführt werden.

 

Grundwasserströmungen

Die am nördlichen Rand der Abgrabung geplante Dichtschürze verlängert den Sickerweg des Wassers in Richtung Hinterland. Dieser gebremste Sickerweg entspricht mindestens dem Weg, den das Wasser im heutigen Deichvorland mit seiner geschlossenen Flutlehmdecke zurücklegt. Es wird in dieser Hinsicht keine Verschlechterung des Ist-Zustandes eintreten. Zusätzlich sorgt eine Brunnengalerie für Sicherheit bei offenem Kiesfenster im extremen Hochwasserfall.

Nun fließt im Projektgebiet – wie in Rheinnähe nicht anders zu erwarten – das Grundwasser normalerweise in südwestlicher Richtung zum Rhein hin. Die Dichtschürze stellt hier aufgrund ihrer geringen Wasserdurchlässigkeit ein Strömungshindernis dar. Aber die Dichtschürze ist nur etwa 1.000 Metern lang, und sie ist gekrümmt. Dadurch kann das Grundwasser sie seitlich umströmen (vgl. Abb.). Ein Grundwasseraufstau in der Ortschaft Esserden ist nicht zu erwarten.